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Mittwoch, 5. Juli 2017

Lindenblüten - nicht nur bei Erkältungen

Wenn ich in dieser Jahreszeit meine Abendspaziergänge genüßlich absolviere, mache ich an manchen Ecken Berlins ganz besonders tiefe Atemzüge. Die Linden blühen und ich liebe ihren Duft. Leider hängen die Blüten meist sehr weit oben, sodaß man sie ohne Leiter kaum gut fotografieren kann. Doch bei meinem heutigen Spaziergang zum Schleusenkrug und der Straße des 17. Juni lief mir eine perfekte Fotolinde über den Weg - oder besser gesagt - ich lief ihr über den Weg.
Die Äste hingen weit hinter und ich konnte nach Herzenslust fotografieren.
Auch wenn Holunder- und Lindenblüten bei Erkältungen im Anfangsstadium ähnlich wirken, kann man sich kaum unterschiedlichere Wesen vorstellen.

Der dunkle Holunder reckt seine kraftstrotzenden Blüten dem Wetter entgegen, wohingegen die Linde ihre Blüten sorgsam beschützt und abschirmt. Dieses Bild wurde direkt von unten aufgenommen. Man erkennt genau, wie die licht wirkenden Blätter ein perfektes Regendach formen.
Vielleicht wußte auch der Marienkäfer den Schutz vor den Regengüssen der letzen Tage zu schätzen.

Nun duften die Linden nicht nur gut, sondern sie schmecken durchaus auch.
Lindenblätter (am besten von der Sommerlinde, die etwas pelzige, dünnere Blätter hat und eher Mitte Juni blüht) kann man z.B. in den (Wildkräuter)salat oder Smoothie geben.

Lindenblütentee kennt so gut wie jeder als Erkältungstee - aber bitte nur in den Anfangsstadien von Erkältungen einsetzen. Am besten mit dem heißen Tee ins Bett verkriechen, gut zudecken und alles rausschwitzen.
Auf eine Tasse braucht man 1-2 Teelöffel Lindenblüten. Mit kochendem Wasser übergießen und 5-10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
Falls man von alleine anfängt zu schwitzen, sobald man sich etwas anstrengt, bitte NICHT trinken! Da sind ganz andere Pflanzen angesagt.

Lindenblüten passen durchaus auch zu eines Inhalation für die Bronchien. Sie kann z.B. mit Kamille kombiniert werden. Eine Prise Salz sollte auch noch dazu, wenn die Bronchien sehr verschleimt sind.

Aber auch kalt getrunken ist die Linde ein Genuss. Der Kaltansatz sollte allerdings mindestens 8 Stunden ziehen. Dann hat man ein erfrischendes Getränk für den Sommer.

Die Schönheit - oder zumindest ein gutes Hautgefühl - kann die Linde ebenfalls herbeizaubern. Lindenblütentee zubereiten, auf die gewünschte Temperatur abkühlen lassen und sich damit das Gesicht waschen ist eine Wonne.

Wenn es sehr heiß ist und man unterwegs gerne ein erfrischendes Gesichtswasser als Gesichtsspray mag, kann man sich kalten Lindenblütentee in eine Sprühflasche füllen und sich damit angenehm duftende Abkühlung verschaffen.

Nach dem Haarewaschen kann man den Tee oder Kaltansatz auch als Spülung verwenden.


Und nicht zuletzt tut er den Augen gut. Einfach nach Vorliebe warmen oder kühlen Lindenblütentee auf Wattepads geben und auf die geschlossenen Augen legen. Eine Wohltat.

Dann habe ich ein Rezept für veganen Honig aus Blüten und Kräutern gefunden, aber noch nicht ausprobiert. Wer neugierig ist, findet ihn hier.


Lindenblüten mit dem dazugehrigen Hochblatt kann man wunderbar selber sammeln und trocknen. Das macht man bitte möglichst schonend und doch zügig. In Gegenden, in denen Tag UND Nacht keine trockene, warme Witterung gegeben ist, sollte man sich einen Dörrapparat gönnen, denn Lindenblüten sind extrem empfindlich, was Feuchtigkeit angeht. Sie verlieren relativ schnell an Kraft. Ein Jahr schaffen sie meist nicht. Ein Umluftofen mit maximal 35°C und etwas geöffneter Tür (s. Holunderblütenrezepte) geht zur Not auch.
Die Aufbewahrung sollte dunkel und vor allen trocken sein. Braune Weithaltgläser eignen sich sehr gut. Eine günstige Methode besteht darin, gebrauchte Schraubgläser zu verwenden, wenn sie gut schließen. Man kann einfach Papier drumwickeln, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Ich wünsche jedenfalls viel Spaß mit der Linde und alles Gute.




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